Schon wieder ein Beitrag über Angst in Zeiten von Corona?

JA!

Denn auch mich plagen Ängste seit Anfang an (und weit davor) was Corona angeht. Es sind vermutlich andere Ängste wie bei anderen was mich auch wenig darüber sprechen ließ. Denn meine Ängste betreffen mich ein bisschen weniger wie die Ängste gegenüber meinen Mitmenschen.

Wie ich das genau meine?

Nun, dass das Coronavirus ihre Welttournee gestartet hat wusste ich schon Anfang Januar. Deshalb war ich schon lange zuvor ziemlich vorsichtig. Denn Anfang Januar war ich eine Woche in Köln und Ende Januar auf die Creative World in Frankfurt.

Wie?

  • Ich habe öffentliche Toiletten gemieden, wenn es nicht anders ging, dann nahm ich mir lieber 1 Euro vom Mund (übersetzt, gab das Euro für etwas anderes nicht mehr aus) und ging in ein Hotel auf die Toiletten wo ich wusste, da wird es nicht von vielen Menschen fluktuiert,
  • Beim Einkaufen habe ich ziemlichen Abstand gehalten, falls voll war ging ich später einkaufen,
  • Auf öffentlichen Plätzen ging ich nur wenn ich wusste, dass weniger los ist,
  • In Köln zum Beispiel wollte ich unbedingt das schokoladene Museum besuchen, nicht weil ich genau gegenüber im Hotel war, sondern weil ich gerne Schokolade esse, so wusste ich, dass es gut besucht war und ging morgens früh hin, so dass kein Gedränge herrschte und ich gemütlich die Tour genießen konnte,
  • Ich gehe selten essen und wenn dann lieber weniger und etwas teurer, wo ich weiß die Hygienemaßnahmen werden auf jeden Fall eingehalten, sonst esse ich nur Zuhause, alleine weil ich meine Sorbitintoleranz und Kreuzallergien habe und bis ich jedem dort erkläre was ich nicht essen KANN, vergeht mir selber der Appetit.

Das sind einige wenige Maßnahmen, die ich für mich einhalte und das schon lange, eigentlich seitdem ich die Diagnose Multiple Sklerose 2011 bekam, nicht weil ich ein Dachschaden habe, sondern viel mehr, weil ich nicht noch mehr leiden wollte, als das ich eh schon tat/tue!

Denn zu meinen unsichtbaren, kaum zu ertragenden Symptomen gehören starke Schmerzen, bleibenden Schäden der Nervenenden auf der linken Körperhälfte so dass ich fast vor Schmerzen sterbe sobald jemand dran kommt und zusätzlich zu allem leide ich an Fatigue (für mich sehr belastendes Erschöpfungszustand).

Durch diese Schutzmaßnahmen, die ich schon seit Jahren für mich anwende, fühlte ich mich ganz klar für diese Krise etwas besser aufgestellt wie manch anderer. So stellte für mich dieses „Social Distancing“ ein nicht so großes Problem, dar und konnte mich schnell damit abfinden, dass ich eine gewisse Zeit isoliert werde. Auch an Beschäftigung mangelt es mir nicht, denke da fällt mir nicht so leicht die Decke auf dem Kopf.

Worauf ich aber in dieser Krise nicht vorbereitet war, waren die Reaktionen mancher Menschen und vor allem die mentale Einstellung zu dieser Pandemie. Ich erfuhr sehr viel Unverständnis, sehr viel Gleichgültigkeit, sehr viel Ignoranz, Beleidigungen und leider viel zu wenige die wussten, was Anstand, Respekt, Mitgefühl, Rücksicht auf anderen nehmen, bedeutet.

Das stimmte mich nicht nur traurig, es machte mir auch wirklich Angst. Denn genau das was ich jeden Tag, 24 Stunden an 7 Tagen Zuhause sage, sage was mich sehr stört, wurde sehr belächelt. Nun ja, jetzt hat es sich bewahrheitet (LEIDER) und ich bin immer noch ratlos und eine gewisse Angst schlummert immer noch in meinem Innern. Angst davor, dass ich ein Leben unter lauter Egoisten, nur auf sich bedachten, über Leichen gehende Menschen, leben muss. Denn das will ich nicht.

Ich wünsche mir ein Harmonisches Leben, ein Leben ohne Angst, ein MITEINANDER, ein FÜREINANDER! Denkt ihr das ist naiv? NEIN ist es nicht! Jeder von uns hat das Recht glücklich zu leben, ohne ständig hinterfragt zu werden, ohne die ständige Angst das eigene wäre gefährdet nur weil andere keine Rücksicht nehmen und ihnen alles egal ist außer sich selbst. Jedem von euch da draußen wünsche ich viel Kraft, viel Energie und Durchhaltevermögen, vor allem Glück. Denn das Glück wohnt in euch, ihr müsst es nur annehmen.

Wir werden auch diese Krise meistern, aber nur in dem aus ICH ein WIR wird. Ja wie in eine gut funktionierende Beziehung das der Fall ist. Fühlt euch gedrückt und seid gewiss, dass ihr nicht die einzigen seid, die in dieser Krise stecken. Passt auf euch auf, versucht euch zu schützen und geht nicht in die Luft, wenn es mal Menschen gibt die den Schuss noch nicht gehört haben. Alles hat seine Stunde, Alles hat seine Zeit.