Gleich zum Anfang möchte ich euch kurz etwas zur OECD Pisa Studie 2018 erzählen (denn sie kommt genau richtig), bevor ich damit anfange euch in diesem dritten Teil zu erzählen, was jeder einzelne tun kann (klar die Liste ist lang, doch in diesem Beitrag erläutere ich euch kurz ein paar wenige) um sich ein wenig vor Cyberkriminalität zu schützen.

So, los geht’s! Heute (03.12.) kam als erstes in den Nachrichten die Offenbarung über die aktuelle Pisa Studie von der OECD, die zwar für keine großen Überraschungen gesorgt hatte, doch dass es letztendlich doch schlechter ausgefallen ist als erwartet, ließ auch mich ein wenig die Schulter zucken. 

In Mathematik / Naturwissenschaften, aber auch in Informatik gingen die Zahlen zurück. Es gab eine Verschlechterung und die große Frage dabei ist: 

WARUM?

Nun, eigentlich (aus meiner Sicht) ist es ganz einfach zu beantworten, vor allem was Fächer aus den Naturwissenschaften wie z.B. Informatik angeht. Also für mich als Informatikerin ist es vielleicht klarer wie bei manch anderer. Auch wenn mir die Frage gestellt wird: 

„Ja wie kann das sein, dass die Zahlen (die Punkte), in Informatik zurück gehen, denn jeder ist heutzutage vernetzt, besitzt ein Smartphone und ist „UP to Date!““

Nun, aus meiner Sicht, ist die „digitale Welt“ nicht nur zu rasch zur Normalität geworden, sondern wurde leider auch von Anfang nicht richtig darüber, aufgeklärt. Darüber WAS Digitalisierung eigentlich bedeutet, wozu es gut ist, was sind soziale Medien, wie lange oder wie oft sollte ich den „Online“ sein, welche Fächer sind in die Schule wichtig und welches Nutzen hat die Digitalisierung für die digitale Welt da draußen. 

Bevor ich ins Detail gehe, lasst uns kurz mal die Aufstellung der Studie ansehen.

Ihr fragt euch warum Asien auf den ersten Plätzen vertreten ist, weiter in die Tabelle aber auch. Warum sind diese Länder so gut was Bildung angeht.

Ganz einfach: In diesen Ländern herrscht eine gewisse „Strenge“ an Schulen, es gibt klar vordefinierte Strukturen und vor allem steht an oberste Stelle „Disziplin“! Hier bei uns dürfen die Kinder in spezielle (also freie) Schulen selber bestimmen was und wann sie lernen möchten. Kann man machen, muss man nicht! Doch eben genau da herrschen Defizite. Denn man sollte nicht nur auf / über die Politik schimpfen, oder auf die Schulen, sondern ein FAKT ist und für die Zukunft lebenswichtig: Man sollte sich die Anforderungen und Evolution der Technik anschauen. 

Das Rad muss und wird nicht neu erfunden werden, doch es wird stetig und ständig optimiert. Die Digitalisierung ist mittlerweile als Werkzeug gesehen so mächtig, dass manch einer von heute gar nicht mehr nachvollziehen kann wie sie entsteht, woher sie kommt und wohin sie geht. Wie funktioniert Digitalisierung überhaupt? Warum wird z.B. unser digitaler Alltag von Algorithmen bestimmt und warum ist es möglich, dass der Computer / Smartphone schon im Voraus weiß was mein nächster Klick sein wird. 

Doch bevor ich euch in einem neuen Mehrteiler über all die Fragen oben versuche verständlich zu erklären, warum z.B. Algorithmen unser Alltag bestimmen, was das überhaupt sind und wie wir sie bewusst nutzen können, möchte ich euch hier abschließend erklären, wo ich die Defizite in der Pisa sehe und warum wir so schlecht abschneiden, denn Platz 20 ist kein wirklich guter Platz für ein so starkes Land wie Deutschland.

Ich bin mir sicher, dass dieser Platz nicht deshalb so ist wie es ist, weil wir nicht genug, also zu wenig DIGITAL bzw. digitalisiert sind, es liegt mehr an dem Umgang damit. Denn die Probleme beginnen schon relativ früh wie z.B. mit der Tatsache, dass manche Schüler fertig gemacht werden für die Tatsache, dass sie sich kein Tablett, kein Smartphone etc. leisten können.

Manche Eltern sind nun mal nicht reich, so dass sie ihren Kindern nicht nur die bestmögliche Schulbildung nicht ermöglichen (was ich auch schon grenzwertig finde, denn Schule soll für jedes Kind möglich sein) können, sondern auch nicht jeden „modernen“ Trend mitmachen können. 

Kinder sind sehr verletzlich und wenn man nicht behutsam mit ihnen umgeht, dann werden sie eines Tages zerbrechen. Sie fühlen sich nicht gewollt, nicht verstanden und am schlimmsten, sie bekommen nicht die Anerkennung, die sie eigentlich verdienen und ihnen zusteht. Das macht sie wütend, trotzig und bringt sie dazu nicht genug zu lernen, nicht genug motiviert zu sein. 

Dass die Schüler sich leider auch in Mathematik verschlechtert haben zeigt die Studie nur allzu gut. Ihr fragt euch warum das so ist? Sind die Kinder dümmer geworden, oder warum hat sich das Ergebnis verschlechtert. Nun aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man für Mathematik einen klaren Kopf und eine hohe Konzentration, braucht. Doch die Leistung kann man nicht erbringen, wenn man keinen klaren Kopf dafür hat.

Ob das jetzt an den Streitigkeiten von Zuhause liegen, ob daran, dass angeblich „schlaue“ Kinder die „nicht“ so schlauen Kinder runtermachen, oder auch daran, dass man ihnen die Materie nicht richtig erklärt, in jedem Fall führt es dazu, dass diese kleine zerbrechliche Wesen, angespannt, nicht konzentriert oder ängstlich sind, um ihr ganzes Potential entfalten zu können. 

Was wir Erwachsene tun können, um uns besser im Netz schützen zu können? Nun, der erste Schritt beginnt mit dem Respekt gegenüber all dem was man selber nicht in die Hände hat. Denn entwickeln wir als Erwachsenen das richtige Gefühl in Umgang mit der digitalen Welt, schützen wir uns nicht nur selber, sondern sind gleichzeitig auch Vorbilder für unseren Nachwuchs. 

Wie wir das tun können?

Hier nur ein paar wenige Sachen, beginnend mit den – Passwörtern -. Bewusst ein langes Passwort wählen, mit Zeichen dazwischen, so dass weder von außen (wie z.B. Kind / Kollegen) noch von innen (z.B. versierte Hacker) jemand darauf zugreifen kann. Ein zweiter wichtiger Punkt sind die – Apps –, dass nicht nur einem selber, sondern z.B. auch den Geräten der Kinder. 

Welche Apps brauche ich wirklich? 

  • Welche Apps darf / sollte mein Kind auf seinen Geräten draufhaben
  • Welche Apps sind für und in den Unterricht von großer Wichtigkeit
  • Wie entscheide ich welche Apps für mich die richtigen sind? 

Nun ich kann und es ist auch nicht meine Aufgabe für euch zu entscheiden welche Apps ihr braucht. Ich kann nur sagen, wie ich das für mich Handhabe.

Das ist mein Smartphonescreen! Es sind nicht viele Ordner auch nicht viele Apps, denn ich habe mit den Jahren gelernt, dass sich durch bewusste Auswahl an Apps meine Lebensqualität sehr verbessert hatte, auch meine Zeitqualität hat sich immens gesteigert. Ich gehe bewusst mit meinen Daten um, wähle bewusst meine Apps aus die ich wirklich brauche und ich habe vor allem gelernt welche Apps mir schaden könnten. 

Denn Cyberkriminalität fängt genau dort an wo Chaos und Unsicherheit, herrscht. Ähnlich wie im wirklichen Leben. Also liegt es an uns, die Lebensweise zu hinterfragen und wie man diese eventuell bei Bedarf optimieren könnte. Wir haben es in der Hand uns zu sortieren, zu strukturieren und bewusst mit uns und unsere Daten umzugehen.

Genau diese Lebenseinstellung sollten wir auf unsere Kinder übertragen. Ihnen vielleicht mit auf dem Weg geben, dass es von großer Wichtigkeit ist bewusst auszuwählen, bewusst die Digitalisierung einzusetzen und zu benutzen, denn das ist die einzige Möglichkeit um sich als „Zivilist“, als Mensch schützen zu können. 

Auch Dinge die uns vielleicht „normal“ oder „wird schon nicht so schlimm sein“ erscheinen, können uns zum Verhängnis werden. Als Beispiel aus dem wirklichen Leben, in einem einzigen Wort: 

Unwissenheit!

Wenn man sich einer Sache nicht sicher ist, nicht genau Bescheid weiß, dann wird man dazu verleitet Fehler zu machen, doch Fehler machen heißt ab und zu auch, dass die Konsequenzen massiv sein können. 

Wenn ich nicht weiß wie man eine App richtig benutzt, die Tricks nicht kenne, werde ich schnell zum Opfer, nicht nur für Hacker, sondern auch für Mobber.

Es gibt immer zwei Möglichkeiten, wenn ich mir einer Sache nicht sicher bin: Entweder ich informiere mich ausgiebig darüber oder lasse gleich die Finger davon. Doch ich bevorzuge mich darüber genauestens zu informieren. Die Digitalisierung soll nämlich Spaß machen und den Alltag erleichtern und nicht noch mehr Ängste schüren. 

Zum Abschluss kurz stichwortartig zusammengefasst wie man sich grob gegen Cyberkriminalität schützen kann:

  • Die innere Lebenseinstellung, die Haltung ist sehr wichtig,
  • Gefahren nicht auf die leichte Schulter nehmen,
  • Genauestens prüfen was ich brauche, was für mich wichtig ist
  • Weniger ist oft mehr,
  • Viele Verknüpfungen zwischen Apps sowie auch Geräte vermeiden,
  • NICHT ein Passwort für alle Accounts verwenden,
  • Genau diese Einstellung auch auf dem Nachwuchs übertragen,
  • Appsupdates manuell vornehmen, nicht automatisch machen lassen,
  • Auch wenn es schwerfällt, geordnet darüber entscheiden was man im Netz, in den sozialen Medien von sich selber preisgibt und was nicht. Denn jedes noch so „kleine“ Detail könnte (muss nicht, aber könnte) unangenehme Folgen haben,
  • Bewusst entscheiden welchen Drittanbietern, man seine Daten zur Verfügung stellt,
  • denn bitte die Tatsache NICHT ignorieren, dass das Internet nichts vergisst und alles was einmal in die weite digitale Welt da draußen rumschwebt, kann man nicht mehr wieder einsammeln

Ich hoffe mein Text ist ein wenig verständlich und ihr damit etwas anfangen könnt. Natürlich freue mich auf euren Feedback sehr.