Diese Frage habe ich der lieben und für mich sehr inspirierende Marilena Berends, gestellt.

Für jeden von uns hat Mut eine individuelle Bedeutung, denn so vielfältig es auch ist Courage zu zeigen, so vielfältig auch ihre Definition. Denn jeder von uns braucht Mut, Inspiration und Menschen die einem Kraft geben, wenn man selber nicht mehr weiter weiß.

Deshalb an dieser Stelle, ein großes Dankeschön an dich liebe Marilena, dass du für uns deine Definition von Mut und was es für dich bedeutet, kurz zusammengefasst hast.

Wenn ihr mehr über Marilena Berends erfahren möchtet, dann schaut doch mal auf ihrer Webseite, sowie auf ihr Instagram-Profil, vorbei. Nicht ausser Acht zu lassen, ist ihr wunderbarer Podcast-Channel Sinneswandel, der nicht nur eine große Inspiration ist, sondern eine Bereicherung wenn es z.B. um Themen, wie Nachhaltigkeit, Slow Traveling, wie man Zukunftkünstler*in wird, angeht, insbesondere wie man selber Zukunft gestalten kann.

Doch nun zur Frage was Mut für Marilena bedeutet:

Was bedeutet Mut für mich?

Wenn ich an „Mut“ denke, dann kommt mir unweigerlich die Philosophin Hannah Arendt in den Kopf. Hannah Arendts Leben war geprägt von Erfahrungen, für die es Mut brauchte. Sie lebte im nationalsozialistischen Deutschland, erfand sich im Exil neu und konfrontierte sich mit dem, was ihr am meisten Angst machte: dem Phänomen des Bösen.

Ihr Mut lag darin, die Gegebenheiten anzuerkennen, ohne sich ihnen auszuliefern. “Ich will verstehen” – das war es, worum es ihr ging. Und dieser Wille setzt sich so mancher Erkenntnis aus, die dem Wunsch nach Sorglosigkeit und Karriere im Wege steht. Das auszuhalten ist alles andere als leicht.

War es auch das, was Immanuel Kant meinte, als er schrieb: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“? Den Mut zu einem selbstständigen Denken, das auf unbequeme Weise konsequent für das einsteht, was es für richtig hält. Darin steckt zugegeben ein großes Wagnis, das Bekenntnis zu sich selbst, seinen Möglichkeiten und Grenzen. 

Der Philosoph Karl Jaspers beschreibt es in meinen Augen durchaus treffend, wenn er schreibt, dass die moderne Tapferkeit darin liege, das Wagnis des Scheiterns einzugehen, sich auf den Versuch einzulassen, ohne immer schon das Ergebnis zu wollen. 

Mutig zu sein bedeutet also nicht nur, im entscheidenden eine Heldentat zu vollbringen, sondern immer wieder in den Widerstand zu dem zu gehen, was uns die Welt da draußen als unumstößliche Wahrheiten zu verkaufen versucht. Dieses immer wieder zu hinterfragen, auch das kostet Courage.”