Am Anfang des Jahres wusste ich gar nicht genau in welcher Richtung es für mich 2019 gehen würde, denn Fakt war: Mir ging es mit der Multiple Sklerose nicht gut! Ich hatte sehr damit zu kämpfen, hatte viel geweint und war einfach nur schlapp! Klar ist man in solchen Phasen demotiviert, hat kein Elan, doch man versucht positiv zu sein, nach vorne zu schauen!

Dann kam in den ersten 3 Monaten dann der Schock (zum Glück hat es wieder aufgehört, nicht so wie die Ärzte es prognostiziert hatten) mir wurde ein Rollstuhl verschrieben! 

Wie es dazu kam?

Ich konnte die erste Hälfte des Jahres nicht wirklich funktionieren, also mal so gar nicht, konnte auch kaum meine Yogaübungen machen und Zuhause, sackten meine Beine ein paar Mal so sehr ab, dass ich Stundenlang alleine auf dem Boden „verharren“ musste. Nein ich konnte weder auf allen Vieren zur Couch kriechen noch mich irgendwo hochziehen!

Deshalb musste ein Rollstuhl her so war wenigstens gewährleistet, dass ich Zuhause alleine klarkomme und war nicht auf die Hilfe anderer angewiesen. Nein es ist kein schöner Anblick, wenn die eigene Familie einem den Rücken zukehrt und als „Behindert“ betitelt nur weil man GERADE nicht so kann wie es die anderen gewohnt sind! 

Doch auch davon habe ich mich nicht irritieren lassen, denn hey jeder der mich kennt, weiß, dass ich eine wahre Nervensäge sein kann! Und ja auch der Multiple Sklerose kann ich auf dem Sack gehen, Nicht immer aber immer Öfter! So war ich in der Lage in einer sehr kurzen Zeit auf den Rollstuhl NICHT mehr angewiesen zu sein. Für mich eine sehr große Erleichterung, für meine Mitmenschen erst recht! 

Dann kam schon der Sommer, der war doch relativ heiß, was dazu führte, dass ich kaum aus dem Haus gehen konnte, war eher „isoliert“ als draußen am Geschehen beteiligt zu sein! Denn wie viele wissen sind Hitze und die Multiple Sklerose, keine besten Freunde! Was dazu führte, dass vermehrt blöde Kommentare von Mitmenschen, von der Familie kamen. 

Wo wir nun schon beim Thema wären!

Was mich dieses Jahr so sehr erschreckte, war das Verhalten einiger Menschen! Der Umgang untereinander, miteinander war so so so schlimm wie noch NIE! Wie ich das zu spüren bekommen habe? Nun, dieses Jahr hatte ich sehr große Probleme mit dem Instagram!

Nach jedem Update hatte ich entweder mit den Posts oder mit den Storys zu kämpfen, was in mir eine große Verzweiflung hervorgerufen. Natürlich kam die Geschichte für Außenstehende sehr komisch rüber! Was dazu führte, dass mich langsam, aber sicher Menschen mieden oder mir radikal entfolgt sind. 

Dann hieß es plötzlich, ich würde mich damit wichtig machen wollen und die Aufmerksamkeit auf mich lenken wollen, indem ich ständig meinen Namen ändere oder indem ich mich beschwere! Klar sollten mir solche Aussagen am Allerwertesten vorbei gehen und nicht einmal da, doch es traf mich. Saß da, heulend, wusste nicht wie ich der Welt da draußen, beweisen sollte, dass es wirklich die Fakten waren und nicht irgendetwas inszeniertes! 

Mir wurde aber klar, dass dieser „Hass“ nicht nur mir galt. Es wurde zum allgemeinen Problem im Netz. Weshalb ich immer mehr auf den Spruch „Create don‘t hate“ gestoßen bin. Ich bekam mit wie andere im Netz „geshitstormed“ werden, aufs übelste beschimpft!

Da war mein erster Gedanke „Puuuh Claudia, siehst du, es betrifft nicht nur dich!“ Was traurig genug war, denn ich war immer der Meinung, das Netz sollte nicht nur Spaß machen, sondern auch motivieren, inspirieren! 

Tja, da war ich wohl zu optimistisch!

Doch ab diesen Moment wurde mir klar, dass ich mir nichts, wirklich nichts zu Herzen nehmen darf, denn mehr als Gehässigkeiten können die Hater wohl nicht bieten. Deshalb fing ich an, jeden und alles aus meinem Leben zu verbannen was mir nicht gut tat, denn nur so konnte ich wieder mit mir im Reinen kommen. 

Auch haben mir sehr viele gesagt, ich würde anderen nichts gönnen, die Kommentare seien so negativ. 

Hää? 

Das verstand ich nicht, denn ich habe wie jeder andere kommentiert, mit Smileys und gute Intentionen! Auch habe ich mich immer weniger getraut über das zu schreiben, was mich bewegt. 

WARUM?

Weil ich mir sicher war, 

  1. das würde kein Mensch interessieren, 
  2. wer will bitteschön schon darüber lesen,

wie es sich mit „Handicaps“ leben lässt? 

Was dazu führte, dass ich mich immer mehr verschlossen hatte. Traute mich nicht mehr darüber zu schreiben, wie beschämend es teilweise ist, ignoriert zu werden nur weil man eine unheilbare Erkrankung hat, für die man nichts kann. Na klar, gibt es auch tolles Feedback und sehr positive Resonanz, doch mein Alltag, mein Umfeld spricht eine andere Sprache. Da ist das Verständnis für jemand der nicht mehr „Ganz“ ist, eher naja wie soll ich es formulieren -> NICHT vorhanden! 

Auch das umgehen unter „Betroffenen“ hat mir den Boden unter den Boden weggerissen, denn ja, doch man kann sagen: JEDER schaut NUR auf sich! Man ist KEINE Community mehr, das Miteinander wird neudefiniert, ganz getreu dem Motto: 

  • Ich will meine Reichweite erhöhen, damit ich dir sagen kann wo es lang geht.

Es geht unter den MSlern schon lange nicht mehr darum, Erfahrungen auszutauschen, sich in „schlechten“ Phasen hochpushen, sondern nur darum, wer ist gefakt besser drauf, macht mehr Sport (obwohl man ihnen anmerkt, dass sie sich quälen, es nur tun, um anderen zu gefallen), hat mehr Einfluss. 

Das gab mir sehr zu denken.
Ich zog mich zurück.
Hinterfragte MICH!
Hinterfragte die anderen!
Hinterfragte den Sinn von sozialen Medien!

Diese ganze Geschichte stimmte mich sehr traurig, denn ich war so der festen Überzeugung man halte in der Community zusammen, doch das tat man nicht. Man hatet sich wo man nur kann. Misst sich mit anderen, wer den größeren hat, wer bessere Storys macht, mehr Aufmerksamkeit bekommt. 

Dann war dieser eine Moment da,
mein Schlüsselmoment! 

Die liebe Alexandra Janzen (auf Instagram unter @alexandrajanzen, oder auf ihrer Webseite unter Alexandra Janzen, zu finden) hat Ende des Jahres ihr erstes Album rausgebracht. Die erste Single heißt „Blau“! Und dieser Song hat mein Leben verändert. Ich wollte mehr, wollte all das wovon ich all die Jahre geträumt hatte und mich aber nie getraut hatte es zu tun, weil ich immer doch mehr Gedanken über die Meinung anderer, machte als mir lieb war. 

Ich konnte so mein Beruf und die Multiple Sklerose miteinander vereinen können. Das wollte ich unbedingt, den in der Informatikbranche gibt es nicht nur Frauen gegenüber viele Vorurteile, sondern auch gegenüber der Tatsache wenn man nicht mehr richtig funktioniert. Denn schließlich heißt es ja immer “Time-is-Money”! Und als Programmier gilt eben die Regel: “Schnell Coden – Geld sparen!”

So machte ich mich mit meiner neu gewonnen Energie an den Kurs von der lieben Marilena (auf Instagram zu finden unter @marilena.berends), da ich wissen wollte, wo ich nun im Leben stehe, an welchem Punkt ich jetzt bin und wo kann ich anknüpfen. Das machte mir Mut, gab mir Kraft für mein Vorhaben. Es ist für mich sehr wichtig meine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, aber auch nicht vor Neuanfänge zurückzuschrecken.

Wenn es darum geht alles fallen zu lassen, das Sein anzunehmen und einfach genießen, hat mich am meisten die liebe Charlotte Weise inspiriert. Durch sie lernte ich das Leben tanzend Schritt für Schritt zu leben. Es war befreiend, ermunternd und machte mich sehr glücklich. Sie ist eine wahre “Gute-Laune-Bombe”!

Zum Schluss natürlich noch mein Highlight des Jahres 2019! Seit meinem Entschluss, zu dem zu stehen was mich ausmacht, war auch die Resonanz eine andere, positiv, unerwartet und liebevoll. Was als Folge hatte, dass ich total überraschend den ersten Platz gewonnen habe und somit den Swiss Blog Family Award gewonnen habe. OMG, ja ich bin vor so vielen tollen, wunderbaren Menschen in Tränen beim Swiss Blog Family Kongress, ausgebrochen und konnte meine Emotionen nicht mehr steuern #sorrynotsorry!

D A N K E an euch meine Lieben und alle anderen die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, I H R seid der pure Wahnsinn und ohne euch würde mein Leben ein großes Stück langweiliger sein. 

Deshalb will ich hier nochmal für alle die sich an mir stören mitteilen, da ich das neue Jahr frei von alter Last beginnen möchte, und mit einem Lächeln ins Gesicht auch glücklicher den je! 

JA – bevor ich gar nichts mache, fange ich 1000 Dinge an und beim 1001 Mal funktioniert das! 

JA – ich werde weitermachen, egal wie sehr man mich ignoriert, schlecht macht oder dergleichen! 

JA – ich lechze nach Gerechtigkeit, Authentizität und verdammt nochmal nach mehr Nachsicht, nach einem MITEINANDER statt GEGENEINANDER!!!

Mein Neuanfang 2020!!

  • Alles und Alle verabschieden was und wer mir nicht gut tut!
  • Jeden willkommen heißen, der sich nicht stört auch mal kindisch zu sein,..
    • …leicht,
    • Frei,
    • Positiv,
    • Aber auch mal motzig,
    • Mies gelaunt,
    • Wütend, 
    • Traurig!
  • Mich dafür einsetzen, dass mehr Gutes in dieser Welt passiert, auch wenn ich belächelt werden! 

In diesem Sinne meine Lieben wünsche ich euch ein tolles 2020, mögen sich alle Wünsche erfüllen. Traut euch mutiger zu sein! Kämpft für das was euch wichtig ist, für das was ihr liebt! 

Eure
Claudia 

2 Kommentare
    1. Lieber Martin,

      ich habe mich auch gefreut dich persönlich kennengelernt zu haben. Du hast es toll gemacht, denn ein solcher Kongress ist wahrlich nicht an einem Tag organisiert. Ihr habt das super gemeistert und am meisten hat mir imponiert, dass ihr immer ein Lächeln auf den Lippen hattet, ihr wart nie müde auf all die Fragen die euch gestellt wurden.

      Ich würde mich sehr freuen wenn wir uns wiedersehen würden. Dein Podcast ist übrigens toll, werde mir jetzt mal die letzte Folge anhören und dann mich langsam aufs neue Jahr einstellen :-).

      Wünsche dir nun einen guten Rutsch heute Abend und auf dass 2020 ein großartiges wird.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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