Klimawandel:
Warum nicht nur der Wintersport sehr stark darunter leidet

Jeder der mich kennt weiß, dass ich ein großer Wintersportfan bin. In meiner Schulzeit habe ich sogar das Skispringen in Neustadt mitorganisieren dürfen. Denn als staatlich geprüfte Wirtschaftsassistentin mit Schwerpunkt Sportorganisation und Sportmanagement war ich Größen wie Martin Schmitt und Sven Hannawald, ziemlich nahe, da wir ja auf derselben Schule gingen. Naja gut, nur mit dem Skifahren wollte es bei mir nicht so richtig gut klappen, doch angesehen habe ich es mir immer gerne. 

Auch brauche ich nicht erzählen, dass damals (vor gut 15 – 20 Jahren) die Winter eine andere Dimension hatten und eben halt richtig Winter war. Es war keine Seltenheit, dass wir locker mal 1,5 m Schnee hatten, so dass sogar mir die Skilegastenikerin, das Skifahren Spaß machte. Doch je älter ich wurde, desto rasanter merkte ich den Klimawandel voranschreiten. Damals wurde der Klimawandel belächelt. Ich weiß noch wie mein Vater mir versucht hat zu erklären: „Claudia, die Menschen wollen doch immer mehr Wohlstand und Luxus, denkst du, dass bekommen die Menschen in dem man sein Arsch mit Bioduschgel wäscht?“ 

Ja ich NAIVCHEN, genau das habe ich gedacht!!!

Wintersport im Fernsehen anschauen, ist seit Jahrzehnten eine Pflicht, vielleicht weil ich im Winter geboren bin und Schnee über alles Liebe! Doch auch hier merkte man schnell, dass unsere Erde leidet. 

Faucht!

Weint!

Sich vor Schmerz um die eigene Achse wälzt!

Doch die Menschen haben weggeschaut, haben intensivst an den Ressourcen geknabbert und sich getrost nach hinten zurückgelehnt mit den Worten „Ach die Erde ist doch dafür da, um aus den vollen zu schöpfen!“ 

So nun stehen wir da! Es ist Anfang 2020! 

Greta Thunberg präsenter den JE! 

Klimaschützer in aller Munde und „Fridays for Future“ sowie „Scientists for Future“ nicht mehr wegzudenken! Alle Geschütze werden aufgefahren, die Menschen gehen nun fast monatlich auf die Straßen und rebellieren! 

ZURECHT!

DOCH WARUM DAS GANZE?

Weil schon lange Stunde zwölf geschlagen hat. Nicht nur für uns als Individuum, sondern für viele andere, wie z.B. die ganzen Artenvielfalten, sondern auch Gletscher, Meere, Seen und wie seit zwei Jahren schon deutlich sichtbar auch der Wintersport! 

Denn der Klimawandel stellt die Wintersportbranche vor großen Problemen, denn schon jetzt gibt es – laut Experten – messbar weniger Naturschnee, wie die Jahre zuvor. Kunstschnee scheint da wohl die Lösung zu sein, aber wie lange wird das noch gut gehen? 

Wie Messungen im Alpenraum belegen, steigt in den letzten 100 Jahren die Temperatur um knapp zwei Grad Celsius, was das doppelte ist im Vergleich zum globalen Durchschnitt. 

Die Schneedecke schrumpft

Die Spuren des Klimawandels ist leider nicht mehr zu übersehen, schon gar nicht mehr zu ignorieren, so findet das auch der renommierte Meteorologe und Klimawissenschaftler Mojib Latif: „Die Erderwärmung betrifft den alpinen Raum in ganz besonderer Weise. In den weniger hohen Lagen fallen immer mehr Niederschläge als Regen statt als Schnee. Als Folge haben die zeitliche Dauer und die Menge der Schneedecke deutlich abgenommen!

Wie eine jüngste Studie in Davos gezeigt hat geht das SLF davon aus, dass die Schneedecke auf ca. 1500 Metern unter die Annahme unveränderter EMISSIONEN bis Ende des Jahrhunderts um 80 % zurückgehen wird. Seitens der Wissenschaft sind das sehr ernüchternde Erkenntnisse und für die Verantwortlichen im milliardenschweren Wintersportgeschäfts ist der Kunstschnee DIE eine Lösung des Problems.

Der Klimaforscher Mojib Latif wagte eine Prognose, die sehr ernüchternd ist: „Der Temperaturanstieg bis zum Ende des 21. Jahrhunderts könnte unter der Annahme eines ungebremsten Klimawandels noch einmal 3 bis 5 Grad betragen!“ 

Was soviel bedeutet, dass die Aufrüstung der Beschneiungstechnik in den niedrig gelegenen Skigebieten langfristig keine Lösung, darstellt. Wenn noch genügend Wasser vorhanden ist, ließe sich der Skibetrieb durch Kunstschnee in den höheren Lagen, aufrechterhalten. 

Der Naturraum steht unter Stress

Uli Berkmann vom DAV (Der Deutsche Alpenverein) sagt: „Das Kernproblem einer technischen Schnee-Erzeugung stellen zur heutigen Zeit die massiven Baumaßnahmen für die notwendige Infrastruktur, dar! Bis zu 200.000 m^3 fassen durchschnittliche Speicherteiche, wofür das gleiche Volumen an natürlich gewachsenem Boden samt Vegetation entfernt werden muss und zu irreparablen Eingriffen in die Natur führen!

Verlust der Vegetation

Es reicht nicht, dass die Natur im Allgemeinen leidet, nein schließlich birgt eine künstliche Beschneiung in Zeiten des Klimawandels eine zusätzliche Gefahr für die Vegetation, nämlich: 

  • Die Zeit des Pflanzenwachstums verkürzt sich!

Uli Berkmann sagt dazu: „Gerade seltene Arten unter den Alpenpflanzen entwickeln sich zu Beginn der natürlichen Vegetationsperiode im Frühjahr, um sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil in Bezug auf Licht und Wasser gegenüber der sonst stärkeren Pflanzenkonkurrenz einzuholen! Das Wasser für technischen Schnee hat einen höheren Nährstoffgehalt als der natürliche Niederschlag, wodurch ein Düngeeffekt ebenfalls negative Auswirkung auf die seltenen Arten unter den Alpenpflanzen, hat! So gerät mit jedem zusätzlichen Hektar Kunstschnee der Naturraum Alpen mehr und mehr in Gefahr!

Mein Fazit

In erster Linie stimmt mich das sehr traurig, dass wir womöglich in wenigen Jahren keinen richtigen Wintersport mehr haben! Denn schon heute kämpfen die Sportler mit dem Kunstschnee was man an den vielen schweren Unfällen, entnehmen kann. 

Jetzt würde ich normalerweise sagen, dass man nicht nur auf die Industrie schimpfen sollte, doch in diesem Fall, spielt GELDGIER, Macht eine große Rolle, was mich zum Teil sehr wütend macht! Denn vor lauter Geldmacherei sieht man das wesentliche gar nicht mehr, in diesem Fall: 

  • DIE NATUR UND DEN NATURRAUM IM ALLGEMEINEN MIT ALL DEN ARTVIELFALTEN, SCHÜTZEN!!!

In Zukunft werde ich auf jeden Fall mal hier mal da, ein Statement zu dem Thema Klimawandel abgeben, denn es stimmt mich sehr traurig bald weder einen richtigen Winter zu haben noch Wintersport anschauen zu können und gar die große Angst vor noch mehr Umweltkatastrophen!