Ich konnte die Liebe Sabine, von Santosha Wege, dafür gewinnen, uns aus ihrer Sicht kurz zu erzählen, was für sie „Neuanfang“ bedeutet. Sie ist eine wunderbar starke Persönlichkeit, die ich nicht nur persönlich kennenlernen durfte, sondern mit der Zeit auch sehr zu schätzen gelernt. Wenn ihr mehr über sie erfahren möchtet, dann schaut mal auf ihrer Webseite vorbei oder ihr findet sie auf Instagram unter: _sabinemarina_. Meine Frage an sie war: „Was bedeutet für dich „Neuanfang“, wie definierst du für dich ein „Neuanfang“? Ihre Antwort lautet:

Anfang ist auch Ende

Meine erste Assoziation mit dem Wort Neuanfang ist das Wort Ende. Anfang und Ende sind für mich so unweigerlich miteinander verknüpft – eigentlich sind sie das gleiche. Das eine enthält immer auch das andere.

Wenn ich so reflektiere, womit „Neuanfang“ für mich persönlich früher verknüpft war, dann kommen mir Worte wie MotivationAntriebskraftAufbruchsstimmungWeiterentwicklungKraft oder auch Visionen und neue Ziele. Immer, wenn ich ein gewisses Maß an Leidensdruck hinter mich bringen wollte, kam dieses Gefühl nach „Jetzt brauche ich einen Neuanfang!“

Daran geknüpft war auch immer eine starke Hoffnung, etwas in einer Weise am eigenen Lebensinhalt zu verändern, dass es zu dauerhaftem Glück führt. Zumindest mal in die Nähe oder zu einer Lösung der Probleme, die zu dem Zeitpunkt präsent waren.
Und ich erinnere mich nicht nur an die ganzen positiven Gefühle, die mit dem Begriff Neuanfang verknüpft waren, sondern auch an die der anderen Seite der Medaille, die meist weit später zu Tage traten, wenn der eigens definierte Neuanfang schon eine Weile in der Vergangenheit lag. Zum Beispiel diese Frustration, wenn etwas nicht so geklappt hat und sich Situationen und Muster wiederholen, die ich eigentlich verändern wollte. All diese Dinge, die eigentlich auf ein Ende in gewissem Sinne hinwiesen – und dann natürlich einen neuen Neuanfang mit sich brachten.

Über die vergangene Zeit habe ich dann all das als mein eigenes psychologisches Konstrukt entlarvt – und damit hat es gänzlich an Bedeutung für mich verloren. Wenn ich mich mit meiner Wahrnehmung in der Gegenwart verankere, dann ist mir ganz präsent, dass Anfang und Ende allgegenwärtiger Teil des Lebens sind. Sie gehören zum Leben dazu, wie alles andere auch, da unser menschlicher Körper und Geist unweigerlich dem Wandel und damit auch dem (Neu)-Anfang und Ende unterworfen sind.

Alles, was sich stetig wandelt und verändert, kann mir diese Sehnsucht nach einem dauerhaften inneren Frieden nicht bringen – da kann ich noch so viele neue Dinge starten, noch so viel Motivation und Hoffnung haben.

Mit dem Wort Neuanfang verbinde ich nun mittlerweile also das Wort Ende. Beide Worte sind ein Sinnbild der Vergänglichkeit. Wenn ich den Tag morgens beginne, dann ist mir das als ein Neuanfang bewusst, den ich genauso willkommen heißen kann, wie den Abend, wenn der Tag endet. Ich verknüpfe keine Emotionen damit, sondern nehme wahr, was ist. Ich löse mich von Erwartungen, wenn etwas Neues beginnt. 

Jedes Jahr, jede Woche, jeder Lebensabschnitt, jede Stunde, jede Sekunde, sogar jeder Atemzug ist Anfang und Ende zugleich. Das ganze Leben ist ein einziger Neuanfang – und Ende. Alles ist zu jeder Zeit im Wandel und so ist ein Anfang immer neu – und auch ein Ende immer da.“

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